
1. Anders als sonst kommt der Freitagsfüller ausnahmsweise einen Tag verspätet. Und vorige Woche gab es wegen meines Korrektur-Wahns keinen. Ich weiß. Tut mir leid.
Der Grund liegt darin, dass ich gestern einfach mal nichts tun wollte. Gar nichts. Weil die letzten Wochen einfach nur übel stressig waren und jetzt das Schlimmste vorbei ist und in meinem Kopf macht es einfach nur “Pfffffft”. Aber der Reihe nach:
Ende März, kurz vor den Osterferien, fielen bei uns innerhalb weniger Tage zwei Deutschlehrkräfte krankheitsbedingt längerfristig aus. Davon unterrichtet eine Kollegin eine der beiden 10. Klassen, die ja nächsten Monat Abschlussprüfung schreiben. Nun ist es so, dass ich die andere 10. Klasse in Deutsch habe. Die letzte Schulaufgabe schrieben wir unter Abschlussprüfungsbedingungen, das heißt, die Schüler schreiben schon mal acht bis zehn Seiten, die ja auch irgendjemand korrigieren muss – in diesem Fall ich. Nun war ja die Lehrkraft der Parallelklasse nicht da, und zur Überbrückung wurde ich – praktischerweise – von der Schulleitung eingesetzt. Natürlich mussten die ja nun auch ihre Schulaufgabe schreiben. Nur, wer korrigiert sie? Die eigentliche Lehrkraft war ja noch krankgeschrieben, der Notenschluss nahte und – tralalaaaaa – als Vertretungslehrkraft traf mich natürlich die A…..Karte. Cool. Nochmal 29 Arbeiten korrigieren, ich hatte ja erst 30 hinter mir. Zum Glück unterstützte mich der verbliebene Rest der Deutsch-Fachschaft dabei und wir teilten die Arbeiten auf – was natürlich für die Klasse völlig ungerecht ist. Damit das Ganze einigermaßen gerecht zuging, trafen wir uns an einem Nachmittag und lasen alle Arbeiten quer. Das war am Mittwoch.
Seitdem bin ich brain-dead und kann das Wort “Aufsätze” nicht mehr hören. Und was, nebenbei bemerkt, in den letzten Wochen für mich und den Rest des Kollegiums an Vertretungsstunden anfiel, kann man sich denken.
2. Dass ich an diesem Wochenende keine Lust habe, die beiden Exen, die in meiner Schultasche liegen, zu korrigieren, ist hier, glaube ich, überflüssig. (Huch, so viele Kommas!)
3. Bei Gewitter hatte ich früher Angst, was in meiner Familie jedoch verstärkt wurde. Mein Opa bestand darauf, dass der Strom ausgeschaltet wurde und dann saßen wir mit Kerzen da. Heute gibt es Kerzen meist nur noch in Momenten der – na, ihr wisst schon.
4. Normalerweise höre ich im Auto meine eigene Musik, indem ich den iPod an einen Transmitter anschließe. Radio höre ich nur, wenn der Empfang via Transmitter zu schlecht ist. Wenn im Radio morgens nicht so viel geredet werden würde, würde ich es wohl viel öfter nutzen. Aber zum Autofahren brauche ich nun mal Musik. So.
5. Übrigens kann man Spargel auf verschiedene Art und Weisen zubereiten. Bei uns gibt es ihn heute ganz klassisch. Das hat der persönlich in Siegenburg geholte Spargel der Extraklasse auch nicht anders verdient.
6. Um dazu auch den bestmöglichen Wein zu haben, waren wir heute trotz des Mistwetters im Weinhandel unterwegs.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Spargel, wie gesagt, und ich muss jetzt auch gleich los an die Töpfe (!!), und morgen möchte ich nach dem üblichen Haushalts-Dings am liebsten den Muttertag abgeschafft haben. Ich finde das albern, seiner Mutter auf Krampf Blumen zu schenken und ihr zu danken, nur weil sie die Mutter ist. Aber im Gegensatz zu mir legt meine Mutter leider Wert auf diesen Quatsch und so soll sie ihre Blumen haben. Für mich ist das ein ganz normaler Tag wie jeder andere auch und ich bin froh, dass meine Kinder nicht mehr in Kindergarten oder Grundschule gehen, wo man als Mutter nicht umhin kommt, sich über die selbstgebastelten Teile und kitschigen Ich-hab-dich-lieb-Gedichte zu freuen – zumindest so zu tun als ob. In diesem Sinne – auf zum Spargel!
Nach einer Idee von Barbara.